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Ein etwas gemächlicheres Race
 
 
Die Steckborner Shanty Singers gaben viele Lieder aus ihrem grossen Repertoire zum besten.
(Bild: Margrith Pfister-Kübler)
 
25 Boote mit älteren Herrschaften ab 60 an Bord gingen an den Start des Oehninger Rentner-Race. Die Steckborner Shanty Singers sangen dazu magische Seemannslieder.
 
MARGRITH PFISTER-KÜBLER
 
Oehningen/Steckborn. Bei Stress winken sie ab, die Teilnehmer des Oehninger Rentner-Race. Denn das Zulassungsalter beginnt mit 60. Pascal Schweizer aus Steckborn: «Die Oehninger sind die einzige Seglervereinigung, welche die demographische Alterung berücksichtigt. In unserem Alter braucht man den Adrenalinschub der normalen Regatten nicht mehr. Das Rentner-Race wird darum immer beliebter.» 25 Boote gingen am Freitag an den Start, die Mehrheit kam vom schweizerischen Ufer.
Das Rentner-Race beginnt immer am Donnerstagabend auf dem Clubgelände in Oehningen mit Blick auf Eschenz und Mammern. Gemütliches Zusammensitzen ist hier keine idealistische Schwärmerei; die Atmosphäre ist gemütlich. Und die Küche des gastgebenden Clubs ist legendär. Die meisten Segler übernachten mit ihren Booten im Hafen Oehningen.
 
Jagd auf die Langsamen
 
Am Freitag wurde um 11 Uhr gestartet in den Kategorien «Einhand», «Sie und Er» und «Crew» – alle ab 60. Mit Untersee-up-and-Down im Kängurustart wird die Regattabahn umschrieben. Kängurustart bedeutet, dass die langsamsten Boote zuerst starten. «Dann werden die langsamen Boote von hinten gejagt», erklärt Noldi Hasenfratz, von Wagenhausen frisch mit Ehefrau Uschi nach Steckborn gezügelt. Kurt Walder, Steckborn, einst angefressener Drachen-Regattasegler, findet: «Klassenregatten sind für mich langsam zu aufwendig.»
Es gibt viele Swissair-Piloten unter den Seglern, so auch Otti Schmid, ein Weltumsegler, der in der Kategorie «Einhand» mitmachte. Gesegelt wurde bei flauen bis stürmischen Winden. Zwischen Wangen und Mammern fetzten plötzlich während 15 Minuten Sturmböen daher. Danach war der ganze Spuk wieder vorbei.
 
Seemannslieder aus aller Welt
 
Abends traten die Shanty Singers Steckborn, 40 sangesfreudige Wassersportler, unter der Leitung von René Aebi auf, begleitet von Schifferklavieren, Gitarren und Mundharmonikas, Teufelsgeigen und Gesangssolisten. Das Repertoire umfasst 100 ein- bis vierstimmige Shanties und Seemannslieder aus aller Welt. Gründungsmitglied und Ehrendirigent Kurt Winiger kam auch zum Einsatz. Der umjubelte Chor versteht sich als musikalischer Botschafter des Untersees.
Sieger in der Kategorie «Crew» wurden Kurt Walder und Walo Hauser, Yachtclub Schaffhausen in Steckborn. Die Kategorie «Sie und Er» gewannen Veronika und Bernhard Serries vom Yachtclub Horn. Und im «Einhand» war Arthur Marazzato vom Segel Club Steckborn der Beste.